Du hast ein herausforderdes Kind?

Oder vielleicht ein Kind, dass eine hochsensibles Persönlichkeitsmerkmal hat. Vielleicht ist euer Verhältnis im Moment auch einfach nur schwierig.

Dann bekommst du hier einige Tipps, die den Alltag für euch vereinfachen können.

Mach dein Ding!

Ob du dein erstes Kind hast oder schon drei, andere denken oft, sie wissen vieles besser. Du wirst mit gut gemeinten Ratschlägen nur so überhäuft.
Aber nur du kennst dein Kind so wie kein anderer.
Die anderen meine es ja nur gut, nicht falsch verstehen. Aber wer sagt denn, dass dein Kind so ist, wie alle anderen. Dein Kind darf auch mal ein bisschen verrückt sein. Gerade wenn es hochsensibel ist, dann hört und sieht es Dinge die andere eben nicht so wahrnehmen.
Gerade deshalb ist es so wichtig, dass du diese Besonderheit deines Kindes kennst, um es dann zu bestärken, dass es so sein darf. Dass es seine wunderbaren Gefühle ausleben darf.
Vielleicht schmeckt der Spinat grün und dein Kind mag eben grün nicht!
Dein Kind braucht deine Unterstützung – bedingungslos. Vielleicht kannst du ja auch noch etwas lernen?
Mach doch einfach den Quatsch mit, den dein Kind gerade im Kopf hat.

Barbara Holler Hochsensibilität

Streicheleinheiten

Je nachdem wie dein Kind es möchte, kannst und solltest du immer wieder dein Kind in den Arm nehmen, oder beim gemeinsamen Fernsehschauen auf dem Sofa mit ihm kuscheln.
Wenn dein Kind diese Berührungen gar nicht möchte, dann frag es, was es denn braucht, um sich geborgen und geliebt fühlt. Sicher und wohl aufgehoben. Egal was es möchte, es sollte immer das Gefühl haben, dass es für dich ein wichtiger, wenn nicht sogar der wichtigste Mensch auf der Welt ist und das es sich immer auf dich verlassen kann.

Rechte und Pflichten haben

Dein Kind hat ganz bestimmte Rechte in der Familie, aber dazugehören auch Pflichten. Auch kleine Kinder können dies schon lernen. Wenn dein Kind möchte, dass du zum Beispiel mit ihm bastelst, dann gehört das gemeinsame Aufräumen mit dazu. Genau wie kleine Pflichten im Haushalt das Kind zu einem vollwertigen Mitglied der Familie machen.
Das Kind merkt, dass es nicht nur Rechte hat und kann sich durch die kleinen Pflichterfüllungen seinen auch stolz fühlen.

Kinder brauchen Kinder

Ganz wichtig ist für dein Kind der Kontakt zu anderen Kindern. Nur im gemeinsamen toben und spielen, kann es sein sozialen Fähigkeiten erlernen und ausbauen. Ob in der Kita, Spielgruppen oder regelmäßige Treffen mit Freunden. Dein Kind lernt dadurch dass teilen und auch einmal etwas abgeben zum Leben dazugehört, es lernt Rücksicht zu nehmen, aber auch sich zu behaupten. Ausserdem werden Freundschaften geschlossen und das Kind lernt doch Besuche in anderen Familien auch andere Familienregeln und Strukturen kennen.

Lob und Kritik stärken das Selbstbewusstsein!

In der heutigen Zeit wird leider viel zu häufig kritisiert als gelobt. Wenn dann etwas gut läuft in der Schule oder vielleicht auch zu Hause, dann heißt es: „Wenn ich nicht meckere, dann ist es gut“. Aber wir alle wissen doch, wie toll es sich anfühlt, wenn man gelobt wird. Und zwar richtig gelobt, ohne ein ABER hinterher. Loben aus tiefsten Herzen. Ein positives Feedback von der Lehrerin oder dem Sporttrainer tut deinem Kind sehr gut. Natürlich kannst du dies nicht erzwingen, aber du kannst es zu Hause für die Leistung in der Schule, im Sport loben etc.
Natürlich sollte dein Kind auch lernen mit Kritik umzugehen. Den nur aus Fehlern, die ihm gesagt der gezeigt werden, kann es lernen. Es kommt halt darauf an, auf welche Weise es dies Kritik erhält. Vor allen anderen? Oder dann doch lieber in einem ruhigen Gespräch?
Und eines ist dabei besonders wichtig. Du solltest immer ehrlich zu deinem Kind sein. Wenn du für eine Leistung lobst, die keine war, dann merkt es das Kind sehr schnell und hingeschaut dich.

Barbara Holler Hochsensibilität

Selbstständigkeit

Als dein Kind laufen gelernt hat und hingefallen ist, hast du mit Sicherheit nicht gesagt: Ach du armer Schatz bleib einfach liegen und versuche es in einem halben Jahr noch einmal. Du hast dein Kind ermutigt aufzustehen und weiter zu machen. So hat dein Kind laufen gelernt. Und so ist es mit ganz vielen Dingen. Kinder brauchen ermutigende Wort um Dinge immer und immer wieder zu versuchen. Sie dürfen merken, dass Scheitern zum Lernen dazu gehört. Nur so haben sie die Chance sich ein gesundes Selbstbewusstsein anzueignen und dann auch stolz sein zu dürfen, wenn sie etwas geleistet haben.
Auch wenn es vielleicht unter dem Tisch nicht so klasse aussieht, aber lass dein Kind versuchen mit dem Löffel zu essen. Oder auch wenn es länger dauert, vielleicht kann es sich schon alleine anziehen. Egal, ob es dann mit der Hose verkehrt herum in die Kita geht. es hat es alleine geschafft und strahlt!

Rituale und Regeln

Gerade für Hochsensible Kinder ist es sehr wichtig, dass es in der Familie gewisse Rituale gibt. Ob das Morgens das Wecken ist oder ein Ritual vor dem Schlafen gehen. Dein Kind braucht diese Rituale, sie geben im Halt und Struktur im Alltag. Regeln sind Genaus wichtige Haltgeber. Du kannst mit deinem Kind einen Regelkatalog selber erstellen. Wenn dein Kind daran mitarbeiten darf und auch vielleicht für dich Regeln aufstellen darf, fühlt es sich angenommen und wichtig. Auf wird es sich dann eher daran halten, weil es ja selber mitbestimmt hat.