Streit und Versöhnung

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Grundsätzliche Probleme in einer Partnerschaft!

Nicht jedes Problem trifft gerade auf dich oder euch gerade zu, aber es kann eventuell kommen und dann ist es gut, wenn man vorbereitet ist.

Konstruktives Streiten in der Beziehung

Jedes Paar, sei es auch noch so glücklich, wird es kennen: Streit kommt in jeder Beziehung vor. Vor allem alltägliche Reibereien, wie Unpünktlichkeit eines Partners oder die Aufgabenverteilung in der Beziehung sind der Grund für die weniger harmonischen Momente im Zusammenleben zweier Menschen.

Die scheinbaren Banalitäten und Kleinigkeiten wiegen in einer Beziehung sehr schwer, da sie immer wieder auftreten und es nur selten endgültige Lösungen für sie gibt. Zudem ähneln sich die Streitverläufe zu diesen Themen und beide Partner können dieser “Streitspirale” nur schwer entkommen. Dabei ist der konstruktive Umgang mit diesen scheinbaren Kleinigkeiten eng verbunden mit Wertschätzung und Anerkennung des Partners. Jeder Mensch strebt danach, ernst genommen und respektiert zu werden. Dieses Bedürfnis macht sich vor allem bei solchen „Kleinigkeiten“ bemerkbar.

Streiten in der Beziehung: Reizthemen sind Wasser für die Mühlen der Streitspirale

Grundlage für faires Streiten ist es, bestimmte Reizthemen zu kennen, die immer wieder zu Konflikten führen. Dies kann der nicht heruntergeklappte Toilettendeckel ebenso sein wie die nicht von hinten ausgepresste Zahnpastatube. Nüchtern betrachtet handelt es sich hierbei um wahre Banalitäten im Zusammenleben zweier Menschen, die jedoch vielfach Grund für handfeste Streitereien sein können. Einer der Partner fühlt seinen Wunsch in der jeweiligen Situation nicht ernst genommen. Es ist somit eher das Gefühl, nicht respektiert zu werden, als die Zahnpastatube oder der Toilettendeckel selbst, welches das Fass sprichwörtlich zum Überlaufen bringt. Dieses Gefühl markiert oftmals den Beginn der nach oben offenen Streitspirale. Vielfach ähnelt sich der Streitverlauf in diesem Fall und so gibt entsprechend ein Wort das andere. Ebenso erinnert die Streitbeilegung an ein festes Ritual, das sich immer wiederholt. Möglicherweise weint sie und er entschuldigt sich oder beide ziehen sich vorübergehend zurück und gehen nach einer Weile in den Alltag über.

Besonders ärgerlich hierbei: das Streitthema selbst wird durch das Verhalten der beiden Partner nicht gelöst. Die Auseinandersetzung selbst ist wichtiger geworden als der eigentliche Anlass, der den Streit entfacht hat. Es geht nicht mehr um den Toilettendeckel oder die Zahnpastatube, sondern um die grundlegende Frage, ob beide Partner einander Respekt und Anerkennung zollen. Diese existenziellen Fragen für die Partnerschaft können in der aufgeheizten Streitsituation jedoch nicht beantwortet werden, was letztlich zu Enttäuschung und Ärger auf beiden Seiten führt.

 

In der Partnerschaft muss man sich manchmal streiten, denn dadurch erfährt man etwas mehr voneinander.

(Johann Wolfgang von Goethe)

8 Tipps für einen glücklichen Streit!

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Mögliche Auswege aus der Streitspirale

Eines vorweg: es ist sehr schwer, aus diesen automatisierten Abläufen auszubrechen. Wenn der Ärger die Partner sprichwörtlich überflutet, ist fairer Streit in der Beziehung nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Eine konstruktive Lösung auf einer sachlichen Ebene kann in diesen Fällen vielfach nicht mehr gefunden werden.

Der konstruktive Streit 

Aus diesem Grund ist es immer ratsam, mittels eines konstruktiven Streites in der Beziehung, aus der aufgeheizten Atmosphäre auszubrechen. Hilfreich kann es sein, wenn sich das Paar grundsätzlich darauf geeinigt hat, eine Auszeit zu nehmen, wenn man merkt, dass einen der Ärger überrollt. Ein triviales Codewort wie etwa „Bananenmilch“ setzt hierfür ein akustisches Signal. Verbunden mit einer solchen Auszeit sollte jedoch ein verbindlicher Zeitpunkt sein, an dem das Paar das Streitthema wieder aufnimmt und in aller Ruhe bespricht. Empfehlenswert hierfür ist eine Zeitspanne von etwa zwei Stunden, denn diese Zeit wird vom Körper benötigt, um die freigesetzten Stresshormone wieder abzubauen.

In einer klassischen Streitsituation werden beide Parteien versuchen, ihre eigenen, für gut befundenen Lösungsvorschläge für ein bestimmtes Problem durchzusetzen. Empfehlenswert kann es hingegen sein, herauszufinden, welche Bedürfnisse eigentlich mit diesen Lösungsvorschlägen zufriedengestellt werden sollen. Vielfach scheinen sich die Positionen der beiden Partner zunächst auszuschließen. Auf den zweiten Blick kann man jedoch erkennen, dass dies nicht immer der Fall ist. Ein Weg aus der Streitspirale kann darüber führen, die Bedürfnisse hinter den Lösungsvorschlägen zu klären und nach Lösungen zu suchen, durch die die Bedürfnisse beider Partner zufriedengestellt werden können. Die Lösungssuche ist in diesem Fall nicht mehr gegnerisch, sondern wird zu einer gemeinsamen Aufgabe und ist der optimale Weg zu einem konstruktiven Streit in der Beziehung.

Bei Streit in der Beziehung gemeinsam nach Lösungen suchen

Zusammenfassend kann man sagen, dass sich viele Auseinandersetzungen auflösen lassen und man der “Streitspirale” entkommen kann, wenn

  • es beiden Partnern gelingt, die Bedürfnisse des Gegenübers hinter den Lösungsvorschlägen zu erkennen
  • beiden Personen klar ist, worum es dem Gegenüber geht und
  • sich beide Partner nicht in einer aufgeheizten Streitsituation befinden.

Dann ist eine konstruktive Lösung möglich! Reizthemen werden entschärft und die hinter den vermeindlichen Banalitäten stehenden Streitthemen dauerhaft gelöst.

Das goldene Geheimnis einer harmonischen Partnerschaft – Kompromisse um jeden Preis?

Von Haus aus strebt jeder Mensch nach einer aufrichtigen und harmonischen Beziehung mit einem Partner. Jedoch verfügt auch jeder Mensch über eigene Wünsche und Bedürfnisse, auf deren Erfüllung er nur schwer verzichten kann. Wenn sich diese Wünsche und Bedürfnisse nicht mit denen des Partners decken, befinden sich beide automatisch in einer Konfliktsituation. Was für den einen der größte Wunsch ist, kann für den anderen mit Abneigung oder Desinteresse behaftet sein. Damit trotzdem beide Partner ein harmonisches Leben gemeinsam führen können, ohne auf ihre Bedürfnisse zu verzichten, sind Kompromisse unverzichtbar.

Geht es um Kompromisse, muss man zwischen der partnerschaftlichen Ebene und der Beziehungsebene unterscheiden:
Die partnerschaftliche Ebene betrifft beispielsweise gemeinsame Aufgaben wie etwa Müll runterbringen, Kochen oder den Hausputz, also allesamt Aufgaben, die auch ein Single dann und wann erledigen muss. Hierbei ist das Schließen von Kompromissen denkbar einfach. Der eine meistert den Hausputz, der andere ist für das Kochen zuständig. Nur selten suchen Personen eine Paartherapie auf, weil sie sich über die Verteilung der alltäglichen Aufgaben nicht einig sind.
Ganz anders sieht es hingegen auf der Beziehungsebene (Liebesebene) aus. Dies betrifft sexuelle Aspekte ebenso wie den Austausch von Zärtlichkeiten oder Fragen rund um die Erziehung der gemeinsamen Kinder. Hier ist das Schließen von Kompromissen sehr viel schwieriger. Es ist allerdings nicht immer einfach zu erkennen, auf welcher Ebene gestritten wird. Hinter dem Streit um den nicht heruntergeklappten Toilettendeckel kann viel mehr stecken, z.B. das Gefühl, nicht respektiert zu werden.

Das Schwierige an jedem Kompromiss in einer Beziehung ist es, den schmalen Grat zwischen einem Kompromiss und einer radikalen Veränderung richtig auszuloten. Ein Kompromiss darf niemals mit Selbstaufgabe gleichgesetzt werden, denn dies kann einer Beziehung auf Dauer nicht gut tun. Der betroffene Partner wird in diesem Fall immer weniger von der Beziehung profitieren können, was letztlich bis zu einer Depression führen kann.
Unterwirft man sich den Wünschen des Partners komplett, macht man nicht nur sich, sondern auch den Partner auf lange Sicht unglücklich. Eine Beziehung lebt nicht nur von gewissen Reibereien und Konflikten, sondern muss durch ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen Nehmen und Geben gekennzeichnet sein. Stellt man sich selbst zu sehr hinten an, wird man auch für den Partner eine Veränderung durchleben, die von diesem nicht nachvollzogen werden kann. Ernsthafte Konflikte und Unzufriedenheit sind vorprogrammiert.

Nach der Verliebtheit kommt die Liebe
Beide Partner werden nur so lange Erfüllung in einer Beziehung finden, solange sich beide in der Partnerschaft wohlfühlen können, was zum Teil durchaus zu einer interessanten Entdeckungsreise werden kann. Vor allem wenn die erste Verliebtheit vorüber ist und sich eine langfristige Beziehung ihren Weg bahnt, sind Kompromisse unverzichtbar. Bekanntlich ist Liebe kompromisslos, Partnerschaft sollte jedoch von Kompromissbereitschaft gekennzeichnet sein. Sicherlich bedeutet es für beide Partner eine echte Herausforderung, wenn aus Liebe eine langfristige Partnerschaft wachsen soll.

Fazit
Kompromisse sind im Zusammenleben von Menschen stets unverzichtbar. Nicht anders verhält sich dies in einer Partnerschaft, die von gegenseitigem Respekt und Zuneigung gekennzeichnet sein soll. Besonders anschaulich lässt sich ein Kompromiss mit dem Teilen eines Kuchens vergleichen: Beide Personen müssen nach dem Anschneiden den Eindruck haben, ein großes und gutes Stück erhalten zu haben. Ebenso verhält es sich mit dem Schließen von Kompromissen: Beide Partner sollten ihre Wünsche und Bedürfnisse respektieren und sich nach den Zugeständnissen als Gewinner fühlen

Übung für positive Gedanken

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Wiederkehrende Aufgabe:

Wochengespräch!

Macht euch am Beginn des Kurses einen festen Tag aus, an dem ihr über die Übungen/ Tests/ Erkenntnisse aus dem Kurs sprecht.
Es langen 15 -30 Minuten.
Diese Gespräche ersetzen nicht die Paar-Zwiegespräche, die im Modul “Kommunikation” aufgeführt werden.