Sensibel zu sein ist keine Schwäche, sondern eine kostbare Stärke!
Ernst Ferstl

Was bedeutet eigentlich Hochsensibilität?

„Ich habe jahrelang geglaubt, mit mir stimmt etwas nicht.“

Das ist die typische Aussage einer Hochsensiblen. Auch ich bin hochsensibel. Und seitdem ich dies weiß, kann ich wunderbar damit leben.
Schon als Kind und später als Erwachsene hab ich oft gehört: „Stell Dich nicht so an“, „das ist doch nicht so schlimm“, „sei doch kein Spielverderber“, „sei nicht immer so empfindlich“.

Heute weiß ich: Ich hab mich nicht angestellt. Es war schlimm für mich. Ich konnte und wollte nicht alles mitmachen, was andere tun. Und ich bin definitiv empfindlicher, als viele andere Menschen da draußen.

  • Mich mit mehreren Menschen an einem Tisch unterhalten? Kaum machbar.
  • Beim Autofahren Radio hören und mich gleichzeitig unterhalten? Unmöglich.
  • Nach einem intensiven Coaching-Tag abends noch ins Kino gehen? Ist nicht drin.
  • Mich bei einem Seminar konzentrieren, während Teilnehmer miteinander plaudern? Unglaublich anstrengend.

Ich gehöre zur Gruppe der Hochsensiblen (die über ihre äußeren Sinne besonders viel gleichzeitig wahrnehmen) und zu allem Überfluss auch noch Hochsensitiven (die auch noch sämtliche zwischenmenschliche Energie und Übersinnliches mitbekommen) Personen. Allgemein abgekürzt HSP.

Was ist Hochsensibilität?

Nein, Hochsensible sind nicht sonderbar oder krank. Auch wenn viele das von klein auf von den Menschen in ihrer Umgebung suggeriert bekommen haben. Sie sind anders, als die meisten anderen Menschen. Und das liegt an ihrem empfindsamer „eingestellten“ Nervensystem. Das kann sich keiner aussuchen. Wir werden so geboren.

Hochsensible sind Menschen, die besonders empfänglich und daher empfindlich sind. Gegenüber Geräuschen, Gerüchen, visuellen, emotionalen und körperlichen Eindrücken. Das Nervensystem von Hochsensiblen arbeitet anders. Jeder Sinneseindruck wird intensiver wahrgenommen. Vieles ungefiltert aufgenommen. Oder anders gesagt: Wir bekommen einfach alles mit. Ob wir nun wollen oder nicht.

Hochsensitive spüren darüber hinaus auch noch zuverlässig, was bei ihrem Gegenüber los ist. Ob gewollt oder nicht. Das gilt leider auch in der S-Bahn und bei Großveranstaltungen, so dass sie von ihren Wahrnehmungen im Innen und Außen doppelt überfordert sind.

Wegen der Reizüberflutung ziehen sich Hochsensible dann oft zurück. Oder versuchen, sich nichts anmerken zu lassen und wie alle anderen zu sein, sich anzupassen. Doch damit überfordern sie sich dann restlos.

Durch die Menge an Informationen, die Hochsensible zu „verdauen“ haben, leiden sie oft – vor allem, solange ihnen nicht klar ist, dass sie hochsensibel sind – unter heftigem Stress, was sie dann aus Verzweiflung manchmal „zickig“ werden lässt. Was es für die lieben Mitmenschen nicht einfacher macht, mit ihnen klar zu kommen. Dabei ist das einfach ein Hilferuf nach Ruhe.

Hochsensible sind anders!

Aufgrund einer speziellen neurologischen Schaltung im Gehirn, können sie besonders viele Reize wahrnehmen – positive wie negative. Das bedeutet, dass sie positive und negative Situationen sehr intensiv erleben. Das bringt auch Probleme mit sich. Sie sind sehr schnell reizüberflutet und ziehen sich dann in sich selbst zurück. Sie brauchen mehr „Oasen der Seele“, um sich zu erholen und die auf sie einstürmenden Reize zu verarbeiten. Das führt dazu, dass sie ihre besondere Fähigkeit als Belastung empfinden und darunter leiden, anstatt sie als große Chance zu begreifen.

Die Hochsensibilität zeigt sich häufig darin, dass äußere Eindrücke wie:

viel detailierter und feiner wahrgenommen werden und auch viel intensiver verarbeitet.

Dadurch kommt es in bestimmten Situationen viel schneller zu einer Überstimulation bzw. Reizüberflutung und damit zu einer Überforderung. Die Schwelle zum negativen Stress ist somit deutlich niedriger.

Während in anderen Kulturkreisen (z.B. in Asien) hochsensible Menschen ganz selbstverständlich ein hohes Ansehen genießen und sehr oft in für die Gesellschaft bedeutenden Funktionen tätig sind (z.B. als Berater), stoßen solche Menschen im westlichen Kulturkreis im gesellschaftlichen Leben häufig auf Unverständnis. Um sich diese immer wieder auftretenden negativen Erfahrungen zu ersparen, reagieren hochsensible Menschen hierzuzulande deshalb oftmals mit Rückzug und Isolation. Beispielsweise meidet man laute Lokale, Partys, Familienfeste, Betriebsausflüge etc.

Hochsensible Kinder

– klicke aufs Bild um mehr zu lesen.

mehr erfahren über hochsensible Kinder
Hochsensible Erwachsene

– klicke aufs Bild um mehr zu lesen.

mehr erfahren über Hochsensible Erwachsense

Das schreibt die Presse über Barbara:

Barbara Holler, eine Expertin im Bereich der Hochsensibilität, hilft mit ganzheitlicher Aufklärungsarbeit Müttern und Vätern eine eventuelle Hochsensibilität bei ihrem Kind festzustellen. Durch ihre zahlreichen eigenen Erfahrungen auf diesem Gebiet, gibt sie den Eltern sehr viele praktische Tipps an die Hand, die sie sofort im Familienalltag umsetzen können. Für die Eltern bedeutet das: ✔ Sie bekommen ein besseres Verständnis für das Kind. ✔ Reaktionen des Kindes werden besser verstanden. ✔ Das Kind kann viel gelassener und liebevoller unterstützt und gefördert werden. ✔ In einen aufgewühlten Familienalltag kehrt wieder Ruhe ein. ✔ Gespräche mit anderen Begleitpersonen, (Lehrern, Trainern, Erziehern) können selbstbewusster geführt werden. ✔ Auf eventuelle Besonderheit des Kindes kann besser Rücksicht genommen werden. Durch die Hilfe der Eltern lernt das Kind mit seiner Hochsensibilität in verschiedenen Situation gut umzugehen und diese wertvolle Gabe liebevoll anzunehmen.

Literatur

  • Aron, Elaine N.: Sind Sie hochsensibel? mvg Verlag, München
  • Aron, Elaine N.: „Hochsensible Menschen in der Psychotherapie“, Junfermann Verlag, Paderborn
  • Sellin, Rolf: Wenn die Haut zu dünn ist: Hochsensibilität – vom Manko zum Plus, Kösel Verlag, München
  • Parlow, Georg: Zart besaitet: Selbstverständnis, Selbstachtung und Selbsthilfe für hochsensible Menschen, Festland Verlag, Wien